Südbrücke in Poll: SPD begrüßt Entscheidung gegen dauerhaftes Festivalgelände

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Köln Porz am Rhein – Die Nachricht schlug Wellen in der Kölner Kulturszene und bei den Anwohnern von Poll: Die Bauaufsicht der Stadt Köln hat entschieden, dass die Eventlocation „Südbrücke“ auf den Poller Wiesen nicht als dauerhaftes Festivalgelände genehmigt werden kann. Die SPD-Ortsvereine Poll-Ensen-Westhoven begrüßen diese Entscheidung ausdrücklich. Doch was steckt hinter dieser Entscheidung, und welche Auswirkungen hat sie auf das kulturelle Angebot und das Leben in unserem Stadtteil?

Kulturelle Vielfalt vs. Lebensqualität: Ein Spagat für Köln

Unbestritten ist: Kulturelle Angebote, Konzerte und attraktive Veranstaltungsorte sind das Herzstück einer lebendigen Großstadt wie Köln. Sie bereichern das Leben, ziehen Menschen an und tragen zur Attraktivität der Stadt bei. Auch die Poller Wiesen, mit ihrer Nähe zum Rhein und ihrer Weite, bieten grundsätzlich Potenzial für solche Angebote. Die SPD betont jedoch stets, dass dies nur unter bestimmten Voraussetzungen geschehen kann.

Die entscheidenden Punkte sind hierbei eine überschaubare Anzahl von Veranstaltungen und die Einhaltung eines klaren Rahmens. Ursprünglich waren maximal 8 bis 10 Veranstaltungen pro Jahr vorgesehen, die jeweils einzeln beantragt werden mussten. Darüber hinaus sind Lärmschutz und die Bewältigung der verkehrlichen Auswirkungen unabdingbar, um die Lebensqualität der Anwohner nicht zu beeinträchtigen.

Jahrelange Bedenken der SPD Poll-Ensen-Westhoven

Die Entscheidung der Bauaufsicht kommt für die SPD vor Ort nicht überraschend. Seit Jahren macht der Ortsverein auf die offenen Fragen und potenziellen Probleme aufmerksam, die mit einer dauerhaften Open-Air-Location für mehrere tausend Besucher an diesem sensiblen Standort verbunden sind. Dies geschah durch Anträge in der Bezirksvertretung, Pressemitteilungen und direkte Gespräche mit der Stadtverwaltung.

Im Fokus der Bedenken standen und stehen dabei vor allem:

  • Auswirkungen auf angrenzende Wohngebiete: Insbesondere die Lärmbelästigung, die sich bei bestimmten Wetterlagen weit in die Wohngebiete von Poll ausbreiten kann.
  • Verkehrssituation und Parkplatzproblematik: Die Erfahrung zeigt, dass die vorhandenen Parkmöglichkeiten bei Großveranstaltungen bei weitem nicht ausreichen, was zu einem Ausweichen in angrenzende Wohnstraßen führt und die Anwohnerschaft stark belastet.
  • Unzureichende Infrastruktur: Die Infrastruktur an diesem Standort ist offensichtlich nicht auf die Bedürfnisse und die Kapazität einer dauerhaften, groß angelegten Eventlocation ausgelegt.

Lärmbeschwerden: Mehr als nur „vermeintlich“

Mit Verwunderung nimmt die SPD Darstellungen zur Kenntnis, die behaupten, es gäbe keine oder nur „vermeintliche“ Beschwerden über Veranstaltungslärm. Der SPD-Ortsverein Poll-Ensen-Westhoven kann dies entschieden zurückweisen. Seit Beginn der Veranstaltungen im Jahr 2022 liegen dem Verein zahlreiche Hinweise und Beschwerden aus der Nachbarschaft vor. Diese Rückmeldungen waren wiederholt Gegenstand politischer Initiativen in der Bezirksvertretung Porz. Die Belastungen durch Lärm sind real und dürfen in der öffentlichen Debatte nicht ignoriert werden.

Verkehrskonzept und Stellplätze: Eine klare Diskrepanz

Auch die Verkehrssituation und die damit einhergehende Parkplatznot werden von der SPD kritisch gesehen. Bereits bei früheren Großveranstaltungen wurde deutlich, dass die vorgesehene Anzahl von Stellplätzen in keinem Verhältnis zur Besucherzahl steht. Das Ausweichen in die umliegenden Wohnstraßen und die daraus resultierenden Belastungen für die Anwohner sind für die SPD nicht hinnehmbar.

Rechtliche Rahmenbedingungen: Der NRW-Erlass

Die Stadt Köln hat zudem nachvollziehbar dargelegt, dass der NRW-Erlass für temporäre Sondernutzungen nicht auf eine dauerhaft angelegte Veranstaltungsstätte anwendbar ist. Dies unterstreicht die rechtliche Grundlage für die Entscheidung der Bauaufsicht und zeigt, dass die Bedenken der SPD nicht nur auf lokalen Anliegen beruhen, sondern auch im Einklang mit den geltenden Vorschriften stehen.

Stimmen aus der Politik: Klare Positionen

Lukas Lorenz, Ratsmitglied der SPD für Poll, Ensen und Westhoven, betont: „Köln braucht Kultur, Live-Musik und attraktive Veranstaltungsorte. Wir wünschen uns ausdrücklich, dass hierfür rechtssichere und langfristige Lösungen gefunden werden. Eine dauerhafte Eventlocation für mehrere tausend Menschen kann aber nur funktionieren, wenn der Lärmschutz gewährleistet ist und ein überzeugendes Verkehrskonzept vorliegt. Beides ist für die Südbrücke nicht geklärt. Deshalb stehen wir hinter der Entscheidung der Bauaufsicht.“

Bettina Jureck, Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Porz, ergänzt: „Seit Jahren setzen wir uns für die berechtigten Anliegen der Menschen in Poll ein. Die Behauptung, es habe keine Lärmbeschwerden gegeben, ist schlicht falsch. Unsere Mandatsträgerinnen und Mandatsträger haben zahlreiche Rückmeldungen aus der Nachbarschaft erhalten. Die Belastungen durch Lärm, Verkehr und Parksuchen sind real und dürfen in der öffentlichen Debatte nicht ausgeblendet werden.“

Ein Blick nach vorn: Gemeinsam eine Perspektive entwickeln

Der SPD-Ortsverein bedauert, dass geplante Veranstaltungen kurzfristig abgesagt werden mussten. Dennoch liegt der Fokus nun auf der Zukunft. Ziel muss es sein, gemeinsam mit den Veranstaltern eine Perspektive zu entwickeln, die Veranstaltungen in einem angemessenen Rahmen zulässt. Denn solche Angebote können eine große Bereicherung für den Stadtteil und ganz Köln sein.

Eine dauerhafte Festivallocation mit mehreren tausend Besucherinnen und Besuchern an diesem Standort ist aus Sicht der SPD Poll-Ensen-Westhoven jedoch nicht mit den Interessen der Anwohnerschaft und dem Schutz der Lebensqualität vereinbar. Es gilt nun, einen Weg zu finden, der sowohl die kulturelle Vielfalt Kölns fördert als auch die Belange der Anwohner in Poll berücksichtigt.

Fazit: Ein wichtiger Schritt für Poll

Die Entscheidung der Bauaufsicht, die Südbrücke nicht als dauerhaftes Festivalgelände zu genehmigen, ist ein wichtiger Schritt für die Anwohner von Poll und ein Beleg dafür, dass ihre Anliegen gehört werden. Die SPD Poll-Ensen-Westhoven bekräftigt ihre Haltung: Kultur ist wichtig, aber sie darf nicht auf Kosten der Lebensqualität gehen. Nun gilt es, gemeinsam mit allen Beteiligten tragfähige Lösungen zu finden, die sowohl das kulturelle Angebot bereichern als auch die Ruhe und Lebensqualität in unserem Stadtteil gewährleisten.

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