Köln Porz. Seit Jahren kämpft die Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Hauptstraße in Porz mit unhaltbaren Zuständen und einem gravierenden Raummangel. Was als dringende Notwendigkeit begann, die Brandschutzvorschriften zu erfüllen, hat sich zu einer Farce entwickelt, die das Lernen und Lehren massiv beeinträchtigt. Dieses Gebäude, das eigentlich saniert wurde, um wieder genutzt zu werden, steht leer, während die Schule dringend benötigte Räumlichkeiten vermisst. Ein Fall, der die Bewohner von Köln Porz am Rhein und insbesondere die Schulgemeinschaft der GGS Hauptstraße umtreibt.
Die Odyssee der GGS Hauptstraße: Von Brandschutz bis Containerlösung
Die Geschichte der GGS Hauptstraße ist eine Geschichte von verzögerten Maßnahmen und wachsenden Problemen. Bereits im Jahr 2018 wurde die Stadt Köln von der Feuerwehr mit Fristen von nur zwei bis sechs Wochen konfrontiert, um gravierende Mängel im Brandschutz des angestammten Schulgebäudes in der Hauptstraße 432 zu beheben. Doch die Stadt schaffte es nicht, diese Arbeiten rechtzeitig abzuschließen. Die Konsequenz: Im Jahr 2021 musste die gesamte vierzügige Grundschule ihr Gebäude räumen, da die Nutzungserlaubnis aufgehoben wurde.
Die Lösung für die akute Raumnot war eine provisorische: Die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte mussten in zwei Reihen übereinander gestapelte Stahlcontainer umziehen. Eine Situation, die für eine Schule mit besonderen Herausforderungen alles andere als ideal ist.
Mehr als nur eine Schule: Der besondere Auftrag der GGS Hauptstraße
Die GGS Hauptstraße ist keine gewöhnliche Grundschule. Sie ist als „Startchancen Schule“ ausgewiesen und gehört zu den 140 Grundschulen in ganz Nordrhein-Westfalen mit einem Schulsozialindex von 9. Dies ist die höchste Stufe und bedeutet, dass hier besonders viele Schülerinnen und Schüler auf zusätzliche Unterstützung und Förderung angewiesen sind. Dazu zählen Kinder und Jugendliche, die als Flüchtlinge kommen, einen Migrationshintergrund haben, aus bildungsfernen Haushalten stammen oder deren Eltern arbeitslos sind.
Startchancen-Schulen sind ein entscheidender Baustein für Integration und Chancengerechtigkeit. Die GGS Hauptstraße hat mit ihrem inklusiven Ansatz und der musikalischen Förderung bisher außerordentlich erfolgreich dazu beigetragen, diese wichtigen Ziele zu verfolgen. Doch ohne eine angemessene räumliche Ausstattung sind diese Bemühungen auf Dauer kaum aufrechtzuerhalten.
Der unhaltbare Raumdefizit: Was eine Schule dieser Größenordnung benötigt
Eine Schule mit einem hohen Sozialindex und den damit verbundenen Herausforderungen benötigt naturgemäß mehr Raum als eine Schule mit einem niedrigeren Index. Dies gilt insbesondere für die Bewältigung des erhöhten Beratungsbedarfs von Eltern und Erziehungsberechtigten.
Die rechtlichen Vorgaben für den Raumbedarf einer vierzügigen Grundschule sind klar definiert, auch wenn sie sich im Laufe der Zeit leicht verändert haben. Im Jahr 2023 lag dieser Bedarf noch bei 4020 Quadratmetern, für 2025 wurde er auf 3684 Quadratmeter reduziert. Angesichts der komplexen Aufgaben und Probleme, die eine Schule mit Schulsozialindex 9 zu bewältigen hat, ist selbst diese reduzierte Fläche bereits knapp bemessen.
Der Umzug in die Container hat die Situation jedoch dramatisch verschärft. Die GGS Hauptstraße muss sich nun mit gerade einmal 2542 Quadratmetern begnügen. Das bedeutet ein Defizit von über 1000 Quadratmetern für Unterricht und individuelle Förderung. Eine Situation, die schlichtweg nicht tragbar ist.
Sporthalle und Mensa: Improvisation statt Funktionalität
Die räumlichen Einschränkungen machen sich auch im Sportunterricht bemerkbar. Die vorhandene Sporthalle darf nicht für Ballspiele genutzt werden. Diese finden daher oft in der Mensa statt – einer weiteren Konstruktion aus zusammengestellten Stahlcontainern. Dies ist nicht nur unpraktisch, sondern auch eine deutliche Einschränkung der sportlichen Betätigungsmöglichkeiten für die Kinder.
Die lange Wartezeit auf Sanierung oder Neubau: Andere Schulen werden bevorzugt
Seit 2017 gibt es Bestrebungen, die GGS Hauptstraße entweder grundlegend zu sanieren oder einen Neubau zu realisieren. Doch bisher fehlte es an Personal im Amt für Gebäudewirtschaft, um diese wichtigen Projekte voranzutreiben.
Besonders bitter für die Schulgemeinschaft und die Eltern: Gymnasien in anderen Stadtteilen wie Rodenkirchen oder Nippes, die einen deutlich niedrigeren Sozialindex und weniger Probleme aufweisen, wurden bei der Priorisierung von Sanierungsmaßnahmen vorgezogen. Von den 59 Schulen, die die höchste Priorisierung für Sanierungen erhalten haben, liegt nur eine einzige im Stadtbezirk Porz. Fünf dieser Schulen befinden sich hingegen in den wohlhabenderen Stadtteilen Rodenkirchen und Lindenthal.
Das leere Gebäude als Mahnmal: Ein Bild der Vernachlässigung

Das alte Schulgebäude der GGS Hauptstraße steht noch immer auf dem Schulhof der Containeranlage. Es wirkt wie eine Ruine und unterstreicht zusammen mit dem enormen Raumdefizit die prekäre Lage. Wie soll unter diesen Umständen motiviertes und qualifiziertes Personal für eine Schule gewonnen werden, wenn sie gleichzeitig mit einer gut ausgestatteten und frisch sanierten Schule in Lindenthal konkurrieren muss?
Die absurde Wendung: Brandschutz saniert, aber das Gebäude bleibt gesperrt
Die Situation nimmt eine geradezu absurde Wendung, wenn man bedenkt, dass die Raumnot scheinbar nur bedingt begründet ist. Zwar wurden die Arbeiten zur Herstellung der Brandschutzsicherheit nicht rechtzeitig abgeschlossen, was zur Aufhebung der Nutzungserlaubnis führte. Doch die Arbeiten wurden letztendlich ausgeführt und vollendet. Eine neue Heizung wurde installiert, ein neuer Rauchabzug, Brandschutztüren im Treppenhaus und eine Panikbeleuchtung im gesamten Gebäude. Sogar zwei zusätzliche Stahltreppen als Fluchtwege wurden angebaut.
Experten, darunter eine Architektin für Schulbau und ein Bauingenieur, können nicht nachvollziehen, warum das Gebäude seit Jahren nicht wieder genutzt wird.
Die Krönung der Unzuländlichkeit: Trotz der umfangreichen und kostspieligen Brandschutzarbeiten wurde das Nutzungsverbot nicht aufgehoben. Der Grund? Niemand hat den Abschluss der Arbeiten kontrolliert. Laut dem Amt für Gebäudewirtschaft der Stadt Köln sei dies in solchen Situationen nicht üblich.
Und so steht ein brandschutzsaniertes Gebäude seit Jahren leer, weil niemand dafür zuständig ist, das Nutzungsverbot aufzuheben. Währenddessen plant die Stadt, die Schule um eine weitere Klasse zu erweitern – was die Raumnot nur noch weiter verschärfen würde.
Ein dringender Appell: Räume frei für die Zukunft der Kinder!
Die Situation an der GGS Hauptstraße bedarf einer sofortigen Lösung. Die Schulgemeinschaft, die Eltern und das Bündnis Porz-Mitte fordern die zuständigen Stellen der Stadt Köln eindringlich auf, sich dieser drängenden Probleme kurzfristig anzunehmen.
Es ist höchste Zeit, dass das brandschutztechnisch intakte und sanierte Schulgebäude nach den Sommerferien wieder in Betrieb genommen werden kann. Die Kinder der GGS Hauptstraße haben ein Recht auf eine angemessene Lernumgebung, die ihren Bedürfnissen gerecht wird und ihnen die bestmögliche Förderung ermöglicht. Die aktuelle Situation ist nicht nur eine Belastung für die Schulgemeinschaft, sondern auch ein Armutszeugnis für die Prioritätensetzung in unserer Stadt.
Quelle: Gemeinsame Presseerklärung von Schulleitung und Elternpflegschaft der GGS Hauptstraße und des
Bündnisses Porz-Mitte zum Raumnotstand und unhaltbaren Zuständen an der GGS Hauptstraße 432
in Porz

wie überall in porz ,wir werden hier behandelt wie die Stiefkinder. seit 1975 geht das so.
und wenn mal etwas bewilligt wird dauert es ewig und ewig bis es umgesetzt wird.
hertie Kaufhaus,, Dechant scheben Haus,, kvb Haltestelle,Schulen,überall im Stadtgebiet.geht nix voran.
strassen/drosselstr /westhoven.nix nix passiert.die ist dermaßen kaputt.da fährt man sich die Felgen od Stoßdämpfer kaputt . und vieles mehr .danke an die Stadt köln.. !!!!!
Herr burmester es wird Zeit das sie mal nach porz kommen und sich das Stiefkind von Köln anschauen.