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PORZER FUSSBALLTICKER *** REDAKTIONSKOMMENTAR *** 06. Dezember 2020

Ist die Fußballsaison im Amateursport überhaupt noch zu retten?

Am heutigen Nikolaus-Sonntag sollte eigentlich im Amateurfußball der letzte bzw. vorletzte Spieltag des laufenden Kalenderjahres anstehen. Doch die andauernde Corona-Pandemie setzt derzeit alles außer Kraft und legt seit Ende Oktober erneut alles lahm. Sicherlich gibt es wichtigere Themen als der Fußball. Viele Menschen kämpfen im wahrsten Sinne des Wortes um ihre Existenz, verbunden mit einer großen Angst und Sorgen, weil das Leben total auf den Kopf gestellt wird und aus den Fugen gerät. Der Amateurfußball ist dabei nur eine Randnote, verdient aber unter dem gesellschaftlichen sozialen Blick eine Beachtung.

Mit der Verhängung des zweiten Lockdown und der damit verbundenen Aussetzung des Trainings- und Wettkampfbetriebs rollt zumindest bis zum 10. Januar 2021 kein Ball mehr. Und die aktuellen Infektionszahlen verheißen nichts Gutes. Dazu zählt nach meiner Auffassung auch massiv die unverständliche weihnachtliche Lockerung des Lockdowns vom 24. Dezember bis 01. Januar. Um in der Fußballersprache zu bleiben ist das ja fast so, als ob ich in den 90 Minuten gegen einen übermächtigen Gegner meine massive Defensivaufstellung und mein Abwehrbollwerk mal kurz für 10 Minuten lockere. Deshalb spricht m.E. einiges dafür, dass die Infektionszahlen für Mitte Januar wieder einen Schub erhalten und uns damit der Lockdown wohl weiter beschäftigen wird.

Wie geht es weiter? Sollte mich die gesamte Lage und Zahlen eines Besseren belehren, wofür ich sehr dankbar wäre, und sollten sich die Grenzen für den Amateurfußball wieder am 11. Januar öffnen, könnte die Saison wie geplant Anfang Februar fortgeführt werden. Allerdings steht den Mannschaften da ein echtes Hammerprogramm bevor. In der 18 Mannschaften umfassenden Bezirksliga haben die Clubs teilweise noch 27 oder 28 Spiele vor der Brust. Die Spielplangestalter kämen wohl trotz der Ansetzung von etlichen englischen Wochen an einer Anpassung der Rahmentermine nicht vorbei. Planmäßig enden die Ligen am 13. Juni 2021 und bis zum Sommerferienbeginn am 05. Juli hat man noch einen kleinen Puffer, sodass die Spielzeit theoretisch verlängert werden könnte.

Wichtig und richtig ist, das die Verbände aus den Erfahrungen vom Frühjahr-Lockdown ihre Schlüsse gezogen haben und eine klare Entscheidungsregel im Hinblick auf den Auf- und Abstieg auf den Weg gebracht haben. Nach den Beschlüssen des Westdeutschen Fußballverbandes und des Fußballverbandes Mittelrhein müssen, falls die Saison nicht zu Ende gespielt werden kann, mindestens 50 % der Spiele in der jeweiligen Liga ausgetragen worden sein, um eine Wertung mit Auf- und Absteigern nach der Quotientenregelung durchzuführen. Andernfalls kommt es zu einer Annullierung der Spielzeit. Am Beispiel von Bezirksligist Germania Zündorf (6 von 34 Matches ausgetragen) ist hier aktuell ein Wert von 18 % erreicht…

Auch weitere Offerten und Weiterführungsmöglichkeiten haben die Entscheidungsträger noch auf dem Zettel stehen. So besteht weiter für die laufende Saison 2020/2021 die Option, den Austragungsmodus zu ändern. Wenn Hin- und Rückspiele zeitlich nicht mehr möglich sind, ist auch eine Festlegung einer einfachen Runde (also ohne Rückspiele) möglich. Aber letztendlich ist das alles Spekulation und das sich der Fußballverband Mittelrhein mit seinen Entscheidungsträgern hier erst mal abwartend bedeckt hält, ist absolut nachvollziehbar. Sie sind von den Entscheidungen auf politischer Ebene abhängig und die haben es ja bekanntlich in sich.

Trotz der unruhigen und ungeklärten Zeit geht das Leben in den Vereinen so gut es geht irgendwie weiter. Alle Vereine haben geeignete Hygienekonzepte in der Schublade um sie zu ziehen, wenn es denn wirklich wieder los geht. Viele Clubs entwickelten mit eigener Kreativität Konzepte und Möglichkeiten die Zuschauer und Fans auf der schwerlichen Reise durch die Coronazeit mitzunehmen, damit sich niemand alleine fühlt. Gemeinsam stark heißt der Slogan. Bei der SpVg. Porz läuft beispielsweise derzeit eine tolle soziale weihnachtliche Charity-Aktion, wo Corona-betroffene Kinder bis 12 Jahre die Möglichkeit auf ein großes Weihnachtsgeschenk durch die Landesliga-Mannschaft haben.

Und auch auf der sportlichen Seite werden Weichen gestellt. So vermeldete der SV Westhoven-Ensen neben der bereits bekannten Neuinstallierung von Trainer Ümit Bozkurt mit Kevin Arndt den ersten Neuzugang in der laufenden Winterpause. Damit kehrt ein weiterer „Porzer Jung“ in die Heimat zurück. Arndt kommt vom Landesligisten 1. FC Spich an die Westhovener Oberstraße, wo er bereits von 2015-2017 seine Fußballschuhe schnürte. Auch der RSV Urbach, Germania Zündorf und der SV Deutz 05 stehen in seiner fußballerischen Vita. Beim SVW soll der 31-jährige den Defensivverbund verstärken.

Was bleibt? Die Hoffnung das wir bald alle wieder ein normales geregeltes Leben vor uns haben und das wir alle diese unschöne Coronazeit überstehen. Wenn dann wieder vieles im Einklang steht, dann wird auch der Amateurfußball wieder richtig aufblühen und seiner sozialen Stellung gerecht werden. Und dann schmeckt das dazugehörende Kölsch und die Stadionwurst doppelt so gut… Wetten dass???

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund

Werner Kilian

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